Nun haben wir ja normalerweise die Angewohnheit, über unsere Hunde hinwegzusteigen und sie nicht aus Prinzip hochzuscheuchen, aber bei Loui änderten wir dies zunächst, um ihn daran zu gewöhnen und ihm zu zeigen, dass er gefälligst auf Aufforderung seinen Platz zu räumen hatte.

Man muss aber hier auch sagen, dass es, zumindest für unser Empfinden, wirklich ernsthafte Situationen nicht gegeben hat.

Brenzliger waren schon die Situationen, wenn er irgendwo lag und vor sich hin döste, und man ihn dann unvermittelt -auch nur leicht- berührte. Das konnte schon dazu führen, dass er knurrend aufsprang und nach dem Störenfried schnappte. Auch das wurde natürlich nicht geduldet und immer wieder provoziert, so dass er diesbezüglich irgendwann einfach abstumpfte. Manchmal grummelt er auch heute noch darüber, aber das Schnappen hat er sich vollends abgewöhnt.

Zum Anderen hatte unsere Dalin wirkliche Probleme, Loui als Rudelmitglied zu akzeptieren und so traktierte sie ihn anfangs wirklich bis auf's äußerste. Von diesen Machtkämpfen trug er anfangs schon einige Blessuren davon, und wir hatten in den ersten Wochen wirklich Bedenken, dass sich die Situation einmal entspannen würde.

Naddel hingegen nahm das ziemlich gelassen, wies ihn ab und zu in seine Schranken und stärkte somit ihre Position als Rudelchefin erheblich.

Fortsetung von Louis Seite 1

Man muß offen zugeben, leicht hatte der Loui es anfangs bei uns nicht.

Zum Einen war er in der Tat ziemlich dickköpfig, was sich dahingehend äußerte, dass er seinen Willen durchzubringen versuchte, indem er bei jeder Gelegenheit seine großen Zähne fletschte und auch schon mal nach uns schnappte, wenn wir ihn zu etwas bewegen wollten, was er nicht wollte.

So hatte er zum Beispiel die Angewohnheit, niemals Platz zu machen, wenn er im Weg lag. Die Aufforderung, aufzustehen, ignorierte er grundsätzlich und wenn man dann nachhelfen wollte, zeigte er schon mal seine beeindruckenden Zähne und knurrte furchteinflößend.

Das wir das nicht durchgehen ließen, versteht sich wohl von selbst, und so gab es in den ersten Tagen schon ein paar heftige Ringkämpfe zwischen Hartmut und Loui, bzw. Bertha und Loui, die er aber regelmäßig verlor. Dass er dabei niemals geschlagen wurde, versteht sich wohl von selbst. Er wurde regelrecht niedergerungen und dann solange festgehalten, bis sein Widerstand nachließ, das heißt, bis er sich entspannte und uns nicht mehr anschaute.

Loui war hinsichtlich der Fellpflege, offen gestanden, eine Herausforderung. Warum das wohl so war, erfuhren wir nach ungefähr einer Woche - nachdem die alltägliche Rangordnung einigermaßen im Lot war - als Hartmut begann, sich über Louis Outfit her zu machen. Dabei entwickelte er den Ehrgeiz, es ohne Zuhilfenahme einer Schere zu schaffen. Das war nun so gar nicht in Louis' Sinne und so wehrte sich zunächst mit allen ihn zur Verfügung stehenden Mitteln.

Also hieß es, auch diesbezüglich behutsam sein Vertrauen zu gewinnen, was dann zunächst auch gelang. Sobald es aber mal ziepte, war es mit dem Vertrauen auch gleich wieder vorbei... . Also wurde er anfangs wurde nur dort gekämmt, wo er unempfindlich ist, bzw. wo es eigentlich gar nicht nötig tat. Die sensiblen Bereiche wurden zunächst ausgelassen, obwohl diese es natürlich am dringendsten gebraucht hätten.

Our Bobtails

von Bertha & Hartmut Kunst